Sony PlayStation: Von Hackern lahmgelegt - was Nutzer wissen sollten

27. April 2011
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Sony PlayStation: Von Hackern lahmgelegt - was Nutzer wissen sollten

Die Daten von 70 Millionen Zockern hängen dran: Das PlayStation-Netzwerk und Qriocity, der Sony-eigene Musik- und Videodienst, sind seit nunmehr einer Woche offline. Zwei Tage davon konnten die Hacker schon schalten und walten, bevor Sony den virtuellen Angriff überhaupt wahrnahm. Dass Namen, Adressen, Logins und Passwörter von den Angreifern kopiert werden konnten, steht bereits fest, ob auch andere Daten wie die der Kreditkarten nutzbar sind, kommentiert der Spielekonzern mit "keine Hinweise" - aber auszuschließen wäre das auch nicht. Sony rät seinen Kunden, Kontoaktivitäten genau im Blick zu behalten und ungewöhnliche Aktivitäten gleich der Bank zu melden. Weiter sollten Anwender vor Phishing-Attacken gewarnt sein.

Die Angreifer haben sich laut Sony an diesen Daten bereits bedient: Name, Adresse inklusive Stadt, Bundesland, PLZ, Land, E-Mail-Adresse, Benutzernamen und Kennwörter für das PlayStation Network und Qriocity sowie PSN Online ID. Weiter hält es der Hersteller für "möglich", dass Rechnungsanschrift, Sicherheitsfrage fürs Kennwort und Kaufhistorie in die Finger der Angreifer gelangt sind, ob auch der Social Graph, also die Freunde im Playstation Network, kopiert werden konnten, weiß niemand.

Tipps gegen den Missbrauch dieser Daten

Extrem viele User sind betroffen - und nicht alle von ihnen sind Internet-Profis. Daraus folgend werden einige der betroffenen Nutzer für ihre Internetdienste dasselbe Passwort nutzen wie im PlayStation Network. Bei gängigen Internetservices wie Facebook, Twitter, eBay oder Google Mail sollten Anwender umgehend ihre Passwörter wechseln. Die entwendeten Daten gehen sehr in die Tiefe. Da wird es ein Leichtes, Phishing-Mails zu konstruieren, die auf User wirken könnten wie Info-Mails. Im Besitz der Mail-Adresse, des Alters und des Wohnortes lässt sich leicht betrügen. Deshalb: Vorsicht vor unbekannten Absendern und vor seltsamen Anreden wie "Hallo, Kundennummer 123456". Sollte der Absender bekannt sein, aber keine Mail erwartet werden, so könnte etwa eine gefakte Mail-Adresse der Hausbank dahinterstecken, lohnt es sich, den vermeintlichen Absender erst telefonisch rückzufragen.

Niemals würden Anbieter dazu auffordern, sich auf irgendwelchen Seiten einzuloggen - eben diesen Inhalt haben besagte Mails oft. Ist man sich unsicher, inwieweit der Inhalt der Mail stimmt, gilt: Nutzer sollten nie den in der Mail hinterlegten Links folgen. Fordert etwa die vermeintliche Hausbank aus obigem Beispiel dazu auf, dem Link zu folgen und das Passwort durch Neueingabe zu bestätigen, sollten Anwender, wenn sie dem schon Folge leisten, die gängige Domain in die Adresszeile per Hand eingeben, dann kann auch nichts passieren. 

Das Thema Kreditkarten ist besonders heikel, denn eine kleine Abbuchung hier, eine weitere da kann oft unbemerkt bleiben. Deshalb gilt: Jeder einzelne Buchungsposten der Kreditkartenabrechnung muss penibel vom Nutzer überprüft werden. Weiter lohnt es sich, der Bank Bescheid zu geben - es genügt bereits der geringste Verdacht und die Bank beginnt, die Buchungen genauer, also außerhalb gängiger Kontrollen zu überwachen. Das führt dazu, dass Banken dem Karteninhaber Transaktionen melden, die nicht in sein normales Profil passen. Dann kann die Bank die Kreditkarte auch umgehend sperren. Wem das Prozedere zu unsicher ist, kann seine Kreditkarte auch sofort sperren lassen; daraus folgend werden aktuelle Kreditkartendaten ungültig und Kunden bekommen neue, die den Betrügern unbekannt sind. In drei bis vier Tagen dürfte die neue Kreditkarte beim Kunden sein und aufgrund des Betrugsverdachts ist diese für Kunden kostenfrei.

Wie es beim PlayStation Network und Qriocity weitergeht, ist bislang unklar - Sony hat das FBI eingeschaltet und verfolgt die Straftäter, ohne bislang eine Spur zu haben. Über Neuigkeiten informiert der Hersteller auf seiner Webseite.

PlayStation Network

Bild: PlayStation Network

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