Social Network-Erfolge: Facebook schreibt Rekorde, Google schreibt als Erfahrung ab

01. Juni 2011
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Social Network-Erfolge: Facebook schreibt Rekorde, Google schreibt als Erfahrung ab

Des einen Freud ist bekanntlich des anderen Leid. Im Bereich der Social Networks trifft das aktuell Facebook mit der freudigen Nachricht, in Deutschland neue Nutzerrekorde zu verzeichnen, was bei Google hingegen zu Kopfzerbrechen führt, denn soziale Netze gehörten bislang nicht zu den Stärken des Suchmaschinenriesen.

Facebook wächst: Deutschlandweit 20 Millionen User

Wie unter anderem Ad Hoc News berichtet, blüht und gedeiht das Social Network Facebook hierzulande beachtlich: 4 Millionen neue Facebook-User seien in den vergangenen vier Monaten hinzu gekommen, sodass das Online-Netzwerk nun die gigantische Zahl von 20 Millionen aktiven Mitgliedern zählt. "Aktiv" meint bei Facebook User, die sich mindestens einmal monatlich anmelden.

Damit zeigt Facebook eine außergewöhnliche Wachstumsgeschichte: Während im Jahre 2008 StudiVZ und SchülerVZ die Rangliste der Netzwerke mit fast 10 Millionen Teilnehmern deutlich anführte, zählte Facebook lediglich 1,2 Millionen Nutzer - bei einer Zahl von nunmehr 20 Millionen Mitgliedern darf man durchaus behaupten, Facebook hat auch hierzulande alles richtig gemacht. Dazu gehört unter anderem die Integration neuer Services: Kürzlich berichteten wir erst über den geplanten Musikdienst und seit heute finden geneigte User Wetter- und Unwetterwarnungen, die der Deutsche Wetterdienst (DWD) rund um die Uhr aktualisiert.

Google: Eric Schmidt und "dieses Freundes-Ding" ...

So richtig wollte Google im sozial-internetten Leben nie Fuß fassen. "Dieses Freundes-Ding", wie Ex-Google-Chef Eric Schmidt sich in einem Interview äußerte, habe er erst unterschätzt, dann herrschte Ideenlosigkeit. Auf der Tech Konferenz D9: All Things Digital gestand Schmidt: "Ich wusste ganz klar, ich muss etwas tun, doch ich habe es nicht hingekriegt." Die Nutzerverluste, die Google einzubüßen hatte, während Facebooks Nutzerzahlen steil anstiegen, hat weiter reichende Folgen: Googles Werbegeschäft wird beeinträchtigt, denn Facebook zählt deutlich über Millionen potenzieller Werbekunden mehr. Schmidt zeigt sich einsichtig: Es sei der größte Fehler seiner Karriere gewesen, Facebook nicht mit dem nötigen Ernst begegnet zu sein.

Weder eigene Services, man denke an Wave, noch Kooperationen wollten gelingen; zuletzt wollte der Suchmaschinengigant Groupon für eine Summe von bis zu 6 Milliarden Dollar übernehmen; das Start-up-Unternehmen lehnte allerdings dankend ab. Und so bleibt bis heute Online-Werbung die Haupteinnahmequelle. Mit einer harten Konkurrenz. Nach dem Motto "Kommst du nicht zum sozialen Netz, kommt das soziale Netz zu dir", will Google nun seine Produkte sozialer machen: Der Dienst "+1" geht mit dem Ziel an den Start, Anwendern zu ermöglichen, Suchergebnisse ihren Freunden zu empfehlen. Immerhin: Schmidt kommt durch sein Schuldeingeständnis dritten Kritikern zuvor. So glimpflich ging es bei Microsoft nicht aus, als Hedgefonds-Manager David Einhorn die Microsoft-Investorenkonferenz dafür nutzte, den Rücktritt Ballmers recht unsanft zu fordern: Ballmer führe "Charlie-Brown-Management" und die Microsoft-Aktie leide unter ihm.

DWD bei Facebook

Bild: DWD bei Facebook

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