Nokia: Abschied von Ovi

17. Mai 2011
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Nokia: Abschied von Ovi

Um den Finnen Nokia ist es still geworden in letzter Zeit - und wenn über den Konzern gesprochen wurde, dann hieß das oft nichts Gutes: Nokia ist in der Krise, die Smartphones sind unsexy geworden, können nichts innovatives aufweisen und die Marktanteile sinken ins Bodenlose - verglichen mit früher, als Nokia sich Pionier rühmen durfte. Mit dem Aufstreben von Android wandten sich Hersteller lieber dem Google-OS zu als weiter an Nokias ebenfalls quelloffenem Symbian mitzuwerkeln. Sich dem Hype anschließen, kam für den Finnen nie in Frage; ob aus Stolz oder tatsächlicher Abneigung sei dahingestellt. Allein mit sinkenden Marktanteilen, schien sich ein Rettungsschirm aufzutun, als Microsofts Steve Ballmer und Nokias Stephen Elop verkündeten, gemeinsam am Smartphonemarkt aufzutreten.

Doch dieser Rettungsschirm hatte Folgen: Intern führte der nicht mehr diskutable Zusammenschluss bei den Entwicklern auf Gegenwehr - zu groß war die Angst, den Job zu verlieren. Elop kündigte tatsächlich an, Stellen streichen zu wollen; es müsse ein Sparkurs gefahren werden. Das und die Tatsache, dass der Finne mit der Nachricht überrascht, Windows Phones erst ab 2012 veröffentlichen zu wollen, stieß erneut auf Kritik und irgendwie will es Nokia nicht gelingen, positive Schritte zu unternehmen, so scheint es.

Aktuell ist Nokia wieder in den Medien; ausgelöst durch einen Blogbeitrag im Nokia Blog und eine Pressemitteilung. Was Nokia in selbigem als "Evolution" bezeichnet, wird von den Medien erneut kritisch beäugt: Nokia trennt sich von der Marke Ovi, die alle angebotenen Services wie Kartenmaterial fürs hauseigene Navi-System, Musik oder sonstiges Entertainment inkludiert. Man wolle die Marke Nokia über all diesen Services prangen sehen, heißt es, und bis Ende 2012 soll Ovi gestrichen werden. Ovi ist finnisch und steht für "Tür"; 2008 führte Nokia die Marke ein, um Konkurrenz zu iTunes zu bieten. Nicht sonderlich erfolgreich, wie sich zeigte, weshalb Marketing-Chef Jerri DeVard ankündigt, der Konzern stelle ab Juli 2011 schrittweise um.

Ob DeVards Begründung, Nokia erfreue sich als Marke weltweit eines besten Rufs, weshalb eine Umstellung sinnvoll sei, tatsächlich so gesehen werden kann, bleibt anzuzweifeln angesichts nackter Tatsachen in Form von Zahlen, die stetig bergab gehen. Dennoch: Vielleicht ein Schritt, Nokia wieder in die Köpfe der Anwender zu bringen - und mit dem Ziel, bis 2012 komplett umgestellt zu haben, Nokia Services soll Ovi künftig einfach heißen, passt die Zeitabfolge auch mit den zu erwartenden Geräten als Gemeinschaftswerk von Nokia und Microsoft.

Nokia Pressearchiv

Bild: Nokia Pressearchiv

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