Intels Analystenkonferenz: Einsichten und Aussichten für den Smartphone-Markt

18. Mai 2011
Noch keine Bewertungen vorhanden
Intels Analystenkonferenz: Einsichten und Aussichten für den Smartphone-Markt

Am gestrigen Dienstag fand im Silicon Valley Intels alljährliche Analystenkonferenz statt. Es gab einige Punkte, die Intel-Chef Paul Otellini zu beantworten hatte - allen voran musste er sich dem stellen, was aufgrund von Nokias Schwenk zu Microsoft geschah: Intel blieb mit dem Gemeinschaftsprojekt Meego auf der Strecke Otellini stellte scherzhaft fest: "Rückblickend haben wir mit Nokia vielleicht den falschen Partner gewählt." Es sollte allerdings auch darum gehen, wie Intel seine britische Konkurrenz ARM im Zaum halten will - mit eigenen Produkten für den Mobilmarkt. Voller Erwartungen wurde gefragt, wann den Intel-Prozessoren in Smartphones einen Platz fänden - Otellinis "Wir haben keine großen Smartphone-Ankündigungen" gab dem einen Dämpfer. Kleine Ankündigungen hatte der Chiphersteller allerdings im Gepäck: Der hauseigene Medfield-Prozessor sei Gesprächsthema bei diversen Herstellern. Konkret wollte sich der Intel-Chef nicht äußern und gab als Statement lediglich ab, dass man sich aktuell mit unterschiedlichen Herstellern unterhalte.

Dass Intel sein Handwerk versteht, steht außer Frage: Im Bereich PCs und Notebook dominiert der Hersteller mit seinen Prozessoren. Aber so richtig wollte trotz jahrelanger Bemühungen der Mobilmarkt nie so richtig funktionieren, denn hier hat ARM die Nase vorn. Insbesondere wohl deshalb, weil ARM-Chips weniger Strom saugen - ein sehr wesentlicher Faktor, bedenkt man das Ärgernis, wenn bei Smartphone, Tablet & Co. zu früh der Saft ausgeht. Um einen Frontalangriff gegen seinen Konkurrenten anzugehen, tat sich Intel vor gut zwei Jahren mit Nokia zusammen. Was folgte, ist gemeinhin bekannt: Überraschend ließ der finnische Handybauer von gemeinsamen Plänen, mit Namen: Meego, ab, um mit dem Redmonder Microsoft zusammenzuarbeiten. Meego war auf die Intel-Chips optimiert - nun steht Intel vor der Herausforderung, neue Partner für sein Vorhaben zu gewinnen.

Auch über den boomenden Tabletmarkt wollten die anwesenden Analysten mehr wissen: Was plant Intel hier? Dominierend ist zweifelsfrei Apple mit dem iPad. Auch der US-Konzern setzt bislang auf ARM-Technologie in seinen Geräten. Otellini blieb unkonkret und wiederholte lediglich seine Aussage aus dem Vorjahr: 35 Tablets auf Intel Atom-Basis seien geplant. Zunächst werde man Chips für Windows-Tablets herstellen, anschließend folgen Android und Meego, hieß es. Peinlich berührt, nichts Neues beitragen zu können, schien die Aussage des Intel-Chefs: "Keiner weiß, wie groß dieser Markt sein wird, und in den kommenden Jahren wird extrem viel experimentiert werden." Immerhin: Intel selbst scheint an aktuellen Strategien zu zweifeln und sich daraus folgend neu zu fokussieren:

"Wir haben entschieden, dass unser Fahrplan inadäquat ist", gesteht Otellini. "Wir zielen bei all unseren Design-Aktivitäten eine Senkung von bislang 35 bis 40 Watt auf nur noch 15 Watt ab, denn es geht zunehmend um ultramobile Geräte." Ein Eingeständnis dessen, worauf es ankommt: Minimaler Stromverbrauch bei maximaler Leistung. Das soll mithilfe der kürzlich vorgestellten Tri-Gate-Technologie funktionieren; eine Entwicklung, die, verglichen mit Intels aktuellen Chips, den Stromverbrauch aufgrund der 3D-Struktur mit integrierten Transistoren um die Hälfte senkt. Vor gut zehn Jahren begann man mit der Entwicklung, Ende des Jahres stünde die Serienproduktion an, um Anfang 2012 erste Geräte mit Tri-Gate-Technologie zu veröffentlichen.

Meego

Bild: Meego

Keine Bewertungen vorhanden

Neuen Kommentar schreiben

More information?

Filtered HTML

  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <blockquote> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.