Bing Maps Streetside: Nach Google erntet nun auch Microsoft heftige Kritik

21. April 2011
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Bing Maps Streetside: Nach Google erntet nun auch Microsoft heftige Kritik

Zugegeben: Microsoft und Google haben grundsätzlich recht wenig gemeinsam. Eine noch recht junge Gemeinsamkeit ist allerdings die Kritik, die es auf beider Kartendienste hagelte: Wie jüngst berichtet, stoppt Google in Folge dessen die Aufnahmefahrten in Deutschland für seinen Dienst Google Street View. Im selben Zuge berichteten wir von Bing Maps Streetside, Microsofts frisch gestartetem Konkurrenzdienst, der seine Aufnahmefahrten erst noch vor sich hat. Dem stellt sich nun Bayerns Innenminister Joachim Hermann (CSU) entgegen und droht sogar mit einem Verbot des Kartendienstes:

"Es ist nicht hinnehmbar, dass es gegen die Aufnahmen kein vorheriges Widerspruchsrecht gibt. Das ist mit einem wirksamen Datenschutz unvereinbar", zitiert Heise und beruft sich auf die dpa. Hermann würde soweit gehen, Microsoft die Veröffentlichung zu untersagen, würden nicht Vorab-Widersprüche zugelassen, um das Persönlichkeitsrecht von Mietern und Hauseigentümern zu schützen. Auch das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) übte Kritik an Microsofts Vorgehen.

Der Branchenverband Bitkom hatte aufgrund des Hagels an Kritik, den Google mit Street View bei Deutschlandstart geerntet hatte, einen Datenschutzkodex für Geodatendienste ausgearbeitet, den Microsoft und Google unterschrieben und der die Grundlagen fürs Online-Setzen von Panoramabildangeboten für Deutschland festsetzen sollte, sodass der nächste Versuch, von welchem Anbieter auch immer, glimpflicher ablaufen sollte. Trotz den Bemühungen der Bitkom stehen viele Fragen ungeklärt im Raum, weshalb Christine Kamm (Grünen) als Sprecherin für Datenschutz im bayerischen Landtag erklärt: "Die Probleme mit Microsoft zeigen, dass der Gesetzgeber seit Google Street View geschlafen hat und es versäumt hat, eine ordentliche Rechtsgrundlage zu schaffen."

Die Forderung der Grünen ist klar: Die Regierung habe für einen gesetzlichen Rahmen und für Aufklärung über solche Dienste mit ihren Aufnahmefahrten zu sorgen. In den USA funktionieren Bing Maps Streetside und Google Street View seit längerem. Am 9. Mai möchte Microsoft seine Kameraautos hierzulande erstmals auf die Straßen schicken - anfangs in bayerischen, später in 50 weiteren Städten. Im Sommer sollten erste Fotos im Web zu finden sein - inwieweit sich das ob der bestehenden Kritik so einhalten lässt, wird wohl die Zeit zeigen.

Bing Maps Streetside

Bild: Bing Maps Streetside

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