3D-Formel: Neun Lautsprecher + Subwoofer = dreidimensionaler Klang

22. Dezember 2010
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3D-Formel: Neun Lautsprecher + Subwoofer = dreidimensionaler Klang

Stereo ... das ist zweidimensional; Sound, der heute nicht mehr für Audioenthusiasten in Frage kommt. 3D heißt die Gegenwart - die Zukunftsmusik ist zur Realität geworden. Beim Auro 3D wird es "Sound in Space" genannt. Und Auro 3D war unter anderem Thema der 26. Tonmeistertagung in Leipzig. Auro 3D ist ein neues 3D Surround-System aus dem belgischen Hause Galaxy Studios und dies sei, so stellte sich bei der Tonmeistertagung heraus, so beeindruckend, dass Stereo dagegen nur noch wirkt wie ein 25 PS-Auto gegenüber einem Porsche 911er.

Der Sound, der überall umherschwirrt, rechts, links, unten und oben unter der Decke, wird eingefangen und über neun Lautsprecher, möglichst extra hoch montiert, und einem Subwoofer wieder ausgegeben. Beschrieben wird der Sound gerne, als entstünde beim Hörer das Gefühl, in ihm und um ihn herum sei ein riesiger Konzertsaal, ein Jazzkeller oder auch eine Kirche. 

Carlos Albrecht, Chef des Verbands Deutscher Tonmeister und dreimal für den Grammy nominiert, erklärt, dass das Thema 3D-Sound durch Filme wie Avatar so hochgekocht sei. Und wer den chronologischen Ablauf beobachtet, stellt tatsächlich fest: Seither zieht 3D-Kino ins heimische Wohnzimmer; verbunden mit 3D-TV, nun auch mit 3D-Sound. Kameras filmen dreidimensional und ab 2011 wird an jedem Sonntag ein Bundesligaspiel live in 3D übertragen. Kurzum: 3D ist jetzt, ist (all-)gegenwärtig.

Noch fehlt es aber an dreidimensionalem Sound in den Wohnzimmern dieser Welt. Dass der Klang allerdings zum Bild zu passen hat, bewies ebenfalls Avatar. Um ein beeindruckendes Ganzes erleben zu können, muss 3D komplett sein, das Bild allein reicht nicht aus. Das sieht auch das Münchener Institut für Rundfunktechnik (IRT) so, das den Vorläufer der MP3, die Audiokompression MP2 erfunden hat. Hier hat man weiter festgestellt, dass etwa bei Fußball-Aufzeichnungen Action immer mehr im Vordergrund steht: Dank moderner Kameratechnik ist es möglich, den Zuschauer mitten ins Geschehen auf den Rasen zu holen, während der Sound noch auf der Ersatzbank auf seinen Einsatz wartet. Wer Stadionatmosphäre kennt, liebt sie. Und dann wird Normalsound fast schon zur Qual - vor allem im Zusammenspiel mit 3D-Bildern. Es will einfach nicht zusammenpassen.

Das Institut arbeitet allerdings an einer Lösung: Ein steuerbares Spezial-Mikrofon, das an den Toren angebracht für besseren Sound sorgen soll: Mittels Mikrofon-Tracking-System wird im Zusammenspiel mit einer Bilderkennungssoftware der Ball verfolgt, wobei Ballgeschwindigkeiten von bis zu 150 km/h möglich sind. Hält die Kamera also auf den Ball, gibt es den passenden Sound dazu. Dass jede Medaille zwei Seiten hat, dürfte spätestens dann klar werden, wenn die Kamera einen verletzten Spieler zeigt, dessen knackende Knochen ebenfalls ausgegeben werden.

Mikrofon-Tracking wird zur wichtigen Technik hinter 3D. Denn Bild und Ton müssen so zusammenspielen, dass nicht nur das Bild auf einer Ebene der Leinwand zu sehen, sondern auch der Sound aus derselben Ebene des Raums zu hören ist. Mit einer Art akustischem Hologramm, auch Holofonie genannt, entwickelte die Technische Universität Delft das Verfahren "Wellenfeldsynthese". Dass dafür schier unendlich wirkende Signale in aufwendigen Verfahren kalkuliert und verteilt werden müssen, zeigte ein Versuch in einem WDR-Studio, bei dem 2.700 Lautsprecher in Kopfhöhe verteilt wurden. Wenngleich die Technik komplex, schwer verständlich und vor allem schwer ausführbar ist, lohnt sich der Aufwand, denn das beeindruckende Ergebnis wirkt, als könne man um den Sound herumlaufen, als sei er zu visualisieren und "echt" wahrzunehmen.

Galaxy Studios Auro 3D

Bild: Galaxy Studios Auro 3D

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